6 Camping-Fehler für Einsteiger: Was das Waldhelden-Video sagt
Das Video der Waldhelden nennt sechs typische Anfängerfehler beim Camping. Freistehen ist in Deutschland laut Sprecher in den meisten Fällen nicht erlaubt. Maße und Gewicht sollten vor der ersten Fahrt bekannt sein. Heute empfiehlt er drei Übernachtungen pro Platz. In der Hauptsaison sollte man in touristischen Regionen Stellplätze reservieren.
Veröffentlicht am 26. Mai 2024 · 12:43 Min. · 685.012 Aufrufe
Was zeigt das Video?
Die Waldhelden, ein deutscher YouTube-Kanal rund ums Campen mit 71.700 Abonnenten, zeigen in 6 Camping-Fehlern, was Einsteiger und Leute mit geliehenem Fahrzeug oft falsch machen. Das Video ist 12:43 Minuten lang, stammt vom 26. Mai 2024 und richtet sich vor allem an Camper, die gerade ein Fahrzeug haben, kaufen oder leihen wollen.
Die Punkte im Überblick: Freistehen, Maße, Zuladung, voller Wassertank, Reisetempo und Buchung. Auch erfahrene Camper sind eingeladen, in den Kommentaren eigene Anfängerfehler zu teilen.
Zahlen aus dem Video
Angaben aus dem Video vom 26. Mai 2024 und laut Sprecher, keine Herstellerdaten.
Die Werte stammen aus dem Video. Das Gesamtgewicht von 4,4 Tonnen gilt für das Fahrzeug der Waldhelden. Für andere Fahrzeuge gelten andere Werte.
Freistehen in Deutschland: Was das Video zur Rechtslage sagt
Der Sprecher stellt klar: Den Camper dort abstellen, wo es schön ist, und dort übernachten, ist in Deutschland laut ihm in den meisten Fällen nicht erlaubt. Die Werbung zeige oft ein anderes Bild.
Nach seiner Darstellung ist Übernachten im Fahrzeug dort erlaubt, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Das gilt aber nur, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Dabei gelten weitere Bedingungen:
- Die Fahruntauglichkeit darf man nicht selbst herbeigeführt haben, zum Beispiel durch Alkohol.
- Es darf keine zumutbare Alternative in der näheren Umgebung geben.
- Man muss nachweisen können, dass der Platz für die Wiederherstellung nötig war.
Was der Sprecher für Wohnmobilfahrer sagt
Er sagt, manche machen es trotzdem, und jeder müsse das selbst entscheiden. Der Hinweis soll Neulinge vorwarnen, die nachts von der Polizei geweckt werden.
In der Videobeschreibung verlinkt der Kanal zwei Urteile zum Übernachten im Wohnmobil.
Maße und Gewicht im Blick behalten
Der Sprecher erzählt, dass er 2015 mit einem Kumpel ein Mietfahrzeug auf Ducato-Basis ohne Gedanken an das zulässige Gesamtgewicht fuhr. Im Nachhinein sei er mit Sicherheit überladen gewesen, mit Rädern, Getränken und vollem Wassertank. Dass nichts passierte, sei Glück gewesen.
Maße
Höhe und Breite des Fahrzeugs sollte man vorab nachschlagen und einprägen. Der Sprecher empfiehlt einen Spickzettel in Sichtweite des Cockpits, damit man im Notfall nicht raten muss, etwa bei einer niedrigen Durchfahrt.
Gewicht
- Vorab klären, wie viel das Fahrzeug wiegt und wie viel zugeladen werden darf. Dazu verlinkt der Sprecher ein eigenes Video zum zulässigen Gesamtgewicht.
- Wer sicher gehen will, fährt vorher über eine Waage. Genannt werden Wertstoffhöfe und ein Landhandel, wo man etwa 5 Euro in die Kaffeekasse wirft.
Praxis-Tipp aus dem Video
Vorher kurz beim Betreiber nachfragen, ob die Waage benutzt werden darf.
Voller Wassertank: Fehler oder nicht?
Mit 4,4 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und ohne Zuladungsprobleme sieht er bei seinem Fahrzeug keinen Grund, auf Wasser zu verzichten.
Seine Argumente fürs volle Losfahren:
- Der 140-Liter-Tank steht auch dann komplett zur Verfügung, wenn sich der Aufenthalt verlängert.
- Volltanken dauert laut Sprecher meist 15 bis 20 Minuten. Mehr passt nicht hinein, sonst spritzt das Wasser aus dem Schlauch zurück.
- Wer erst am Platz tankt, muss laut Sprecher an der Ver- und Entsorgungsstation mit Wartezeit rechnen.
Der Nachteil ist das Mehrgewicht und der höhere Verbrauch.
Wann der volle Tank zum Fehler wird
Wer ohnehin an der Zuladungsgrenze fährt, sollte den Tank laut Sprecher nicht bis zum Anschlag füllen.
Reisetempo: Nicht zu viele Plätze in zu wenig Zeit
Ein früher Fehler des Sprechers: Zwei Länder in zwölf Tagen, mit täglich rund 300 Kilometern und einer Fährüberfahrt. Das war nach seiner Darstellung spannend, aber sehr anstrengend. So würde er heute nicht mehr planen.
Sein heutiger Rhythmus umfasst drei Übernachtungen pro Platz:
- Tag 1: Anreise, ankommen, Umgebung erkunden
- Tag 2 und 3: volle Tage zum Wandern, Radfahren oder Erkunden
- Tag 4: Abreise und zugleich Anreise zum nächsten Platz
Der Sprecher nennt das einen guten Mittelwert. Manchmal will man länger bleiben oder früher abreisen, das lässt sich mit Buchungen nicht immer umsetzen.
Ohne Buchung losfahren? In der Hauptsaison schwierig
Die Vorstellung, man könne spontan an einen schönen Platz fahren, hält der Sprecher für falsch. In touristischen Regionen und auf Topplätzen werde man in der Hauptsaison oft an der Schranke abgewiesen, etwa am Bodensee oder im Allgäu im Juli. Wer dort unterwegs ist, sollte Plätze vorher reservieren.
Mit etwas Suchen kommt man laut Sprecher oft unter. Die Frage sei, ob man das Suchen mag. Er selbst weiß lieber, wo er abends steht.
In der Videobeschreibung verweist der Kanal auf seinen eigenen Stellplatzführer (ein Angebot des Kanals) mit über 130 Stellplätzen, davon über 50 kostenlos, bis maximal 10 Euro.
Fazit aus dem Video
Einordnung der Waldhelden
Die Waldhelden wollen mit dem Video vor allem Neulinge vor typischen Fehlern bewahren. Beim Freistehen verweisen sie auf zwei Urteile und sagen, dass jeder die Entscheidung selbst treffen muss. Am Ende bitten sie um Erfahrungen und Meinungen in den Kommentaren.
Häufige Fragen zu Camping-Fehlern für Einsteiger
Darf man mit dem Wohnmobil in Deutschland frei stehen?
Laut Video ist freies Stehen in Deutschland in den meisten Fällen nicht erlaubt, auch wenn Werbung oft etwas anderes zeigt. Übernachten im Fahrzeug ist dort erlaubt, wo es nicht ausdrücklich verboten ist, aber nur zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit.
Dazu kommen Bedingungen: Die Fahruntauglichkeit darf man nicht selbst verschuldet haben, und es darf keine zumutbare Alternative in der Nähe geben. Die Waldhelden verlinken in der Videobeschreibung zwei Urteile zum Wildcampen.
Das ist keine Rechtsberatung. Entscheiden muss am Ende jeder selbst, und die Regeln vor Ort können abweichen.
Wie finde ich heraus, wie viel mein Camper zuladen darf?
Der Sprecher rät, vorab zu klären, wie viel das Fahrzeug wiegt und wie viel zugeladen werden darf. Dazu verlinkt der Kanal ein eigenes Video zum zulässigen Gesamtgewicht.
Wer sicher gehen will, kann vorher über eine Waage fahren. Genannt werden Wertstoffhöfe und ein Landhandel, wo man etwa 5 Euro in die Kaffeekasse wirft.
Ein Beispiel aus dem Video: Ein teilintegriertes Wohnmobil ab 7 Metern Länge kann ab Werk schon über 3 Tonnen wiegen. Der Sprecher war nach eigener Aussage mit seinem Mietfahrzeug überladen, mit Rädern, Getränken und vollem Wassertank.
Warum sollte man Höhe und Breite des Wohnmobils kennen?
Wohnmobile sind breiter und höher als normale Pkw. Bei Durchfahrten kann das kritisch werden. Der Sprecher warnt vor Verkehrschaos oder größerem Schaden.
Der Sprecher empfiehlt, die Maße vorab nachzuschauen, einzuprägen und einen Spickzettel in Sichtweite des Cockpits anzubringen.
Gerade bei einem neuen oder geliehenen Fahrzeug sind die Maße anfangs nicht im Kopf, deshalb lohnt sich der Spickzettel.
Soll man mit vollem Wassertank losfahren?
Bei seinem Fahrzeug mit 4,4 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und ohne Zuladungsprobleme fährt er laut Video meist mit vollem 140-Liter-Tank los.
Vorteil: Das Wasser steht sofort zur Verfügung, und man muss am Platz nicht erst an der Ver- und Entsorgungsstation warten. Volltanken dauert laut Sprecher meist 15 bis 20 Minuten. Nachteil: Das Zusatzgewicht erhöht den Verbrauch.
Wer schon an der Zuladungsgrenze fährt, sollte den Tank laut Sprecher nicht bis zum Anschlag füllen.
Wie viele Nächte sollte man an einem Platz bleiben?
Der Sprecher empfiehlt drei Übernachtungen pro Platz: ein Tag für Anreise und Eingewöhnung, zwei volle Tage vor Ort und ein Abreisetag, der zugleich die Anreise zum nächsten Platz ist.
Als Gegenbeispiel nennt er eine frühe Tour mit zwei Ländern in zwölf Tagen und rund 300 Kilometern täglich. Das war laut ihm spannend, aber anstrengend.
Der Rhythmus ist ein Mittelwert. Längeres oder kürzeres Bleiben ist möglich, hängt laut Sprecher aber oft von den Buchungen ab.
Muss man Campingplätze in der Hauptsaison vorher buchen?
Laut Video ja, in der Hauptsaison in touristischen Regionen und auf Topplätzen. Wer ohne Buchung im Juli an den Bodensee oder ins Allgäu fährt, wird laut Sprecher oft an der Schranke abgewiesen.
Mit etwas Suchen kommt man oft unter, die Frage sei aber, ob man das Suchen mag. Der Sprecher reserviert lieber.
Der Kanal verweist in der Beschreibung auf einen eigenen Stellplatzführer mit über 130 Stellplätzen, davon über 50 kostenlos, bis maximal 10 Euro.