Solaranlage im Wohnmobil: So berechnest du Watt und Batterie
Wie groß die Solaranlage sein muss, hängt vom Tagesverbrauch ab. Im Video rechnen die Tester 75 Ah pro Tag bei 12 Volt um auf 900 Wh. Teilt man das durch 4,3 Sonnenstunden und rechnet rund 30 Prozent Verluste ein, ergeben sich etwa 272 Wp. Die Tester legen aufgerundet 300 Wp aus. Die Batterie sollte für drei Tage ohne Sonne reichen.
Veröffentlicht am 25. April 2021 · 13:02 Min. · 348.989 Aufrufe
Was zeigt das Video?
Das Video erklärt, warum ein Wohnmobil eine Solaranlage braucht: Die Bordbatterie versorgt Kühlschrank, Heizung und elektrische Verbraucher, und die Solaranlage lädt sie wieder auf, ohne dass man Strom von außen braucht. Die Tester zeigen, wie man den eigenen Verbrauch ermittelt und daraus Solarleistung und Batteriegröße ableitet.
Das Video ist vom 25. April 2021. Die Rechenbeispiele beruhen auf dem Verbrauch der Tester von 75 Ah pro Tag. Den eigenen Wert sollte man vor dem Kauf selbst ermitteln.
Rechenweg: Von Amperestunden zu Watt-Peak
Rechenbeispiel der Tester im Video vom 25. April 2021. Sonnenstunden als Durchschnittswert für Deutschland laut Video. Keine Herstellerangaben.
Der Verbrauch in Amperestunden wird mit der Bordspannung von 12 Volt multipliziert: 75 Ah ergeben 900 Wattstunden pro Tag. Diese Energie teilt man durch die durchschnittlichen Sonnenstunden. Die Tester nehmen dafür 4,3 Stunden an, woraus rund 209 Watt werden.
Solarmodule erreichen ihre Nennleistung (Wp) im Labor, nicht auf dem Dach. Laut Video sind Verluste etwa durch den Laderegler, durch Wärme und durch abweichende Sonneneinstrahlung einzurechnen, hier rund 30 Prozent. Die Rechnung ergibt damit rund 272 Wp. Die Tester legen 300 Wp aus und sagen, das habe ihnen gereicht. Zusätzlich nennt das Video eine Reserve für Herbst und Winter, weil die Sonne dann flacher steht und weniger Ertrag bringt.
Batterie: Faustformel und Akkutyp
Als Faustformel nennt das Video: Die Batterie sollte so groß sein, dass man drei Tage ohne Sonne auskommt. Bei 75 Ah Tagesverbrauch sind das 225 Ah nutzbare Kapazität.
Bei AGM-Batterien darf man laut Video nur etwa 60 Prozent entladen, damit keine Langzeitschäden entstehen. Die Batterie muss deshalb deutlich größer ausfallen, als die nutzbare Zahl vermuten lässt.
Lithium-Batterien sparen laut Video deutlich Größe und Gewicht. Die Tester hatten sich damals aus Kostengründen für AGM entschieden, weil ihnen Lithium zu teuer war.
Vier Nutzertypen: Empfehlungen aus dem Video
- Standard- oder Wenignutzer (warme Monate, täglich neue Ziele, kleine Verbraucher wie Handy, Tablet und Notebook, eventuell ein Kompressorkühlschrank): laut Video eine AGM-Batterie mit 90 bis 95 Ah und 100 Wp auf dem Dach.
- Mehrnutzer (häufiger Stand auf Campingplätzen oder Stellplätzen, mehr Tage ohne Fahrt): 100 Wp reichen laut Video, dazu eine zweite AGM-Batterie.
- Vielnutzer (Fahrzeug steht oft, dazu E-Bike, Kamera, Kaffeemaschine oder Föhn): laut Video 200 Wp auf dem Dach und eine Lithium-Batterie mit 100 Ah.
- Individueller Nutzer (Wohnmobil als mobiles Büro): Wer beruflich auf Strom angewiesen ist, soll zuerst festlegen, welche Geräte er betreiben will, und den Verbrauch messen.
Praxis: Was die Tester selbst erlebt haben
In einer Wohnkabine waren die Tester acht Monate lang Vollzeit unterwegs, mit 200 Wp Solar und zwei Batterien mit je 60 Ah. Das reichte laut Video gut aus. Im eigenen Wohnmobil hatten sie später zwei AGM-Batterien mit je 95 Ah. Auch das reichte laut Video, bis es zweimal vorkam, dass die Batterien leer waren.
Tipp aus dem Video
Wenn die Batterie leer ist, hilft laut Tester, den Motor kurz laufen zu lassen oder einen Stellplatz mit Strom anzufahren.
Häufige Fehler, auf die das Video hinweist
- Das Dach ohne Rechnung vollzubauen. Das kostet laut Video viel und ist oft nicht nötig.
- Wp und Ah zu verwechseln. Wp ist die Spitzenleistung des Moduls, Ah steht für Verbrauch und Batteriekapazität.
- Die AGM-Batterie nach ihrer Nennkapazität zu planen. Nutzbar sind laut Video nur etwa 60 Prozent.
Fazit aus dem Video
Einschätzung der Tester
Laut Video ist die Berechnung kein Hexenwerk: Man ermittelt den Tagesverbrauch in Ah, kennt die Sonnenstunden am Einsatzort und dimensioniert danach Solar und Batterie. So lassen sich teure Fehlinvestitionen vermeiden. Wie viel Reserve man einplant, muss laut Tester jeder selbst entscheiden.
Die Videobeschreibung verlinkt einen Blogartikel und einen Amazon-Shop.
Häufige Fragen zur Solaranlage im Wohnmobil
Wie viel Watt Solar braucht ein Wohnmobil?
Das hängt vom Tagesverbrauch ab. Laut Video rechnen die Tester mit 75 Ah am Tag, das sind bei 12 Volt rund 900 Wh. Bei 4,3 Sonnenstunden und etwa 30 Prozent Verlusten landet man bei rund 272 Wp. Die Tester legen 300 Wp aus.
Für Standard- und Wenignutzer nennt das Video 100 Wp auf dem Dach, für Vielnutzer 200 Wp. Eine Anlage mit 300 Wp hat den Testern im eigenen Fahrzeug laut Video gereicht.
Praxis: Ermittle zuerst deinen eigenen Verbrauch. Die Empfehlungen für andere Nutzertypen sind ein Ausgangspunkt, kein Ersatz für die eigene Rechnung.
Wie groß sollte die Batterie im Wohnmobil sein?
Als Faustformel nennt das Video drei Tage ohne Sonne. Bei 75 Ah Tagesverbrauch bedeutet das 225 Ah nutzbare Kapazität.
Bei AGM-Batterien dürfen laut Video nur etwa 60 Prozent entladen werden, deshalb muss die Batterie größer ausfallen. Ein Standard- oder Wenignutzer kommt laut Video mit einer AGM-Batterie mit 90 bis 95 Ah aus.
Lithium spart laut Video Größe und Gewicht. Die Tester hatten sich damals aus Kostengründen für AGM entschieden.
Reicht eine Solaranlage mit 100 Watt für ein Wohnmobil?
Laut Video reicht 100 Wp für Standard- und Wenignutzer, die oft unterwegs sind und kleine Verbraucher haben. Dazu passt eine AGM-Batterie mit 90 bis 95 Ah.
Wer häufiger auf Campingplätzen oder Stellplätzen steht, kommt laut Video ebenfalls mit 100 Wp aus, sollte aber eine zweite Batterie einplanen. Vielnutzer sollten laut Video eher 200 Wp und eine 100-Ah-Lithium-Batterie einplanen.
Praxis: Ob 100 Wp genügen, zeigt der eigene Verbrauch. Ein Blick auf die Geräte, die du tatsächlich nutzt, ist deshalb der erste Schritt.
Wie viel Strom verbraucht ein Wohnmobil am Tag?
Im Video nennen die Tester 75 Amperestunden pro Tag. Das entspricht bei 12 Volt rund 900 Wattstunden. Den eigenen Wert sollte man laut Video kennen, bevor man Solar plant.
Der Verbrauch hängt stark von Gerät und Nutzung ab. Im Video werden Handy, Tablet, Notebook, Kompressorkühlschrank und Heizung als Beispiele genannt. Die Jahreszeit beeinflusst laut Video vor allem den Solarertrag.
Praxis: Notiere einige Tage lang, wie viele Ah du tatsächlich verbrauchst, und rechne damit den Rechenweg aus dem Video durch.
Brauche ich eine Solaranlage, wenn ich meist auf Campingplätzen stehe?
Laut Video ist eine Solaranlage vor allem für Wohnmobile gedacht, die ohne externe Stromversorgung unterwegs sind. Die Batterie soll dann allein über die Sonne geladen werden.
Wer hauptsächlich auf Campingplätzen oder Stellplätzen steht, braucht laut Video weniger Solarleistung als jemand, der oft frei steht. Die Tester empfehlen dann eine zweite Batterie.
Praxis: Wer nur selten frei steht, kann laut Video auch den Motor kurz laufen lassen oder einen Stellplatz mit Strom aufsuchen.
Kann ich die Solaranlage fürs Wohnmobil selbst berechnen?
Ja, laut Video ist das kein Hexenwerk. Man ermittelt den Tagesverbrauch in Amperestunden, kennt die Sonnenstunden am Einsatzort und dimensioniert danach Solar und Batterie.
Der Rechenweg im Video: Ah mal 12 Volt ergibt Wattstunden, geteilt durch 4,3 Sonnenstunden ergibt rund 209 W. Dazu kommen laut Video etwa 30 Prozent Verluste, sodass rund 272 Wp herauskommen. Hinzu kommt eine Reserve, weil die Sonne im Herbst und Winter flacher steht.
Praxis: Die Rechnung hängt stark am eigenen Verbrauch. Deshalb sollte man den Wert zuerst messen, bevor man Module kauft.